Der Herr der Ringe Teil 1 – J. R. R. Tolkien

Bild: Harry Hautumm / pixelio.de

Seit ich die Filme von Regisseur Peter Jackson gesehen habe, bin ich ein Fan von „Der Herr der Ringe“. Warum ich mich allerdings durch den ersten Teil des Buches kämpfen musste, erfahrt ihr in folgender Rezension…

INHALT

Der junge Hobbit Frodo Beutlin erbt von seinem Onkel einen seltenen Zauberring. Welch dunkles Geheimnis dieser Ring verbirgt, erfährt er von dem alten Zauberer Gandalf. Der Ring wurde einst von dem mächtigen Herrscher Sauron geschmiedet, um das Land Mittelerde zu versklaven. Sobald der Ring wieder in die Hände Saurons fiele, würde alles, was Frodo lieb und teuer ist, vernichtet. Es gibt nur eine Chance, den Ring ein für alle mal zu zerstören: Ihn dorthin zu bringen, wo er geschmiedet wurde – in die Feuer des Schicksalsberges. Für Frodo beginnt eine gefährliche Mission…

BEDEUTUNG

Autor des Buches ist niemand Geringeres als J. R. R. Tolkien, ein Sprachforscher und Professor für Altenglisch an der Oxford University. Mit seinen Büchern „Das Silmarillion“, „Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“ schuf Tolkien eine komplette Mythologie, die auf dem fiktiven Kontinent „Mittelerde“ spielt. Er orientierte sich dabei an Motiven aus deutschen Volkssagen (Beispiel: Nibelungensage) und der altnordischen Literatur – etwa den Schriften aus der Edda. Eine umfassende Erklärung der Mythologie findet sich in „Das Silmarillion“, während „Der Herr der Ringe“ die Geschichte des großen Ringkrieges erzählt.

Innerhalb seiner Mythologie erfand Tolkien auch neue Sprachen. Die bekanntesten Schöpfungen sind sicherlich die Elbensprachen Sindarin und Quenya. Als Sprachforscher kannte sich Tolkien in der Etymologie (Herkunft von Sprachen) aus. Dies half ihm, Sprachen zu formen, die – laut eigener Aussage – den perfekten Klang haben sollten. Bei der Entwicklung der Elbensprachen griff er auf seine Kenntnisse der romanischen Sprachen und des nichtgermanischen Finnisch zurück.

Da Tolkien ein bekennender Christ war, vermuteten viele Leser eine christliche Botschaft in seinen Werken, die stets vom Kampf des Guten gegen das Böse handeln. Hierzu sagte Tolkien einerseits: „Ich hatte nirgendwo sehr viel Besonderes an bewussten, intellektuellen Absichten im Sinn.” Andererseits bekannte er später: „Der Herr der Ringe ist natürlich von Grund auf ein religiöses und katholisches Werk; unbewusstermaßen zuerst, aber bewusst im Rückblick.”

MEINE LESEERFAHRUNG

Zumindest durch den Anfang von „Die Gefährten“ musste ich mich regelrecht quälen. Tolkien beschreibt auf mehreren duzend Seiten die Welt und Eigenarten der Hobbits, was zwar einerseits den Ringträger Frodo besser beschreiben soll, andererseits aber stellenweise redundant ist. Ähnliche Längen weißt das Buch auch im ersten Reiseabschnitt der Hobbits auf. Die Geschichte um Tom Bombadil hat kaum etwas mit der Overall Story zu tun und könnte meines Erachtens wegfallen. Ebenso wie die erste Begegnung mit den Elben, die Geschichte um die Hügelgräber und vieles mehr. Spannende Szenen wiederum werden im Buch in wenigen Absätzen abgetan. Schwierigkeiten hatte ich auch mit der Sprache, die mir oftmals zu poetisch (ich meine nicht die Verse) und langatmig vorkam. Vor allem bei den Kampfszenen hätte ich mir lieber kurze, knackige, die Spannung steigernde Sätze gewünscht. Ab der Mitte des Romans kommt Tempo auf und es bildet sich eine düstere, durch wenige Lichtblicke aufgelöste, Atmosphäre. Die Charaktere sind mittlerweile eingeführt, wirken geschliffen und rund. Die letzten Kapitel habe ich verschlungen. Endlich erkennt der Leser den Zusammenhang der Szenen und ein roter Faden baut sich auf.

EMPFEHLENSWERT FÜR

Fantasyfans, Neugierige H.D.R-Filmfans, Tolkien-Interessierte, Poeten, Altersempfehlung: ab 12 Jahre